DFB-Kader und die Chancen für Südafrika (Mittelfeld)

Samstag, 23. Januar 2010

Gestern haben wir bereits besprochen, wie groß die Chancen der Spieler aus dem aktuellen DFB Kader sind, auf den WM-Zug aufzuspringen. Der im Fokus stehende Kader besteht aus den zum Fitnesstest eingeladenen Spielern und denen, die daran teilnehmen würden, wären sie nicht verletzt oder hätten ein Pflichtsspiel. Tor und Abwehr sind vorgestellt, beschäftigen wir uns also mit dem

Mittelfeld:

Wie in der Abwehr hat Jogi Löw hier die Qual der Wahl, jedoch auf noch höherem Niveau. Während hinten mit Hummels, Badstuber und Höwedes drei Jungspunde trotz starker Leistungen wohl keine Chance mehr auf ein WM-Ticket haben, drängen im Mittelfeld die Nachwuchsspieler mit aller Macht. Gleich fünf Spieler sind 1987 oder später geboren und haben gute Chancen auf einen Platz im Flieger.


Ballack: Kapitän. Seele und Motor der Mannschaft. Sag man. Sein letztes WM Turnier. Wenn fit, spielt er 90Minuten. Oder mehr. In allen Spielen. Oder mehr.


Schweinsteiger: Bei den Bayern ein starker 6er, in der Nationalmannschaft nicht selten ein falscher 50er. "Rechts unverzichtbar", sagt Jogi. Ergo Stammspieler bei der WM. Hoffen wir, dass der Gegner sieben Mal Portugal heißt.


Özil: In der Bundesliga zum Spieler der Hinrunde gekührt worden, im DFB-Dress zuletzt mit tollen Auftritten. Stark genug für die erste Elf. Aber auch konstant genug in den großen Spielen? Wir wünschen es ihm. Und uns auch.

Rolfes: Mit konstanten Leistungen auf ansprechendem Niveau ist er ein echter Faktor in Leverkusens erfolgreichem Spiel geworden. Nach Frings Degradierung zum Zuschauer ist das WM-Ticket quasi gebucht und in einer Doppelsechs ist Rolfes vermutlich sogar erste Wahl.

Trochowski: Wären beim HSV alle fit, müsste er sogar um seinen Stammplatz dort bangen. Kein Problem für Jogi. 28 Spiele für Deutschland (sechs davon über 90 Minuten) und eine starke Halbserie unter Martin Jol (Ihr erinnert euch) scheinen ihn für den DFB unverzichtbar zu machen. Sollte er weiterhin seine Spiele beim HSV bekommen, ist er sicher dabei.


Marin: Einer, der kreative Akzente setzen kann und auch als hängende Spitze funktioniert. Ohne seine Fallsucht am gegnerischen Strafraum wäre er noch weniger umstritten. Ganz klar eine spielerische Belebung für die deutsche Elf, körperlich muss er aber noch zulegen.



Khedira: Matthias Sammers Lieblingsspieler und Kapitän der U21 Europameister kommt nach langer Verletzung wieder ganz stark in Form. Unglaublich wichtig für das Spiel seiner Stuttgarter. Könnte der legitime Ballack-Nachfolger im DFB-Dress werden und wird erste Erfahrungen bei der WM sammeln dürfen.



Hitzlsperger: In der Liga mit bisher acht Partien über die voll Distanz mit zuweilen unterirdischen Leistungen machen ihn nicht unumstritten. Ohne Wechsel keine Perspektive auf einen Stammplatz - weder beim VfB noch in der Nationalmannschaft. Dennoch in der Hierarchie vor Frings. Die Chancen des Stuttgarters sind also gut.



Gentner: Noch einer der besseren Kicker in einer enttäuschenden Wolfsburger Mannschaft. Fleißiger Arbeiter auf der linken Seite und einer der wenigen starken Flankengeber in Deutschland. Wechselt im Sommer zum VfB Stuttgart und ist damit auch in Zukunft ein Thema für Jogi Löw.



Kroos: Seit knapp einem halben Jahr in bestechender Form und in eben dieser eine absolute Verstärkung für die Nationalmannschaft. Tolles Auge, starke (Schuss-)Technik, enormer Spielwitz. In München konnte er sich bisher nicht durchsetzen, in Leverkusen nach Startschwierigkeiten. Und beim DFB?


Hunt: Von ihm war lange nichts zu sehen, spielte sich in der Hinrunde aber in einen wahren Rausch und wurde so auch wieder ein Thema für Jogi Löw. In der Rückrunde bislang blass, in der Vergangenheit häufig verletzt. In Topform allerdings mehr als nur eine Alternative für die rechte Seite.


Jansen: Zwischenzeitlich böse verletzt spielte sich Marcel Jansen schnell wieder in die erste Elf des HSV und zeigt derzeit seine beeindruckende Form. Gut: Gegen defensive Mannschaften könnte er auch als linker Verteidiger funktionieren. Schlecht: Im linken Mittelfeld gibt es derzeit (v.a. technisch) stärkere Kandidaten.


Müller: Spielte stark in einer schwachen Bayern-Mannschaft und wurde so zum Shootingstar. Spielt derzeit schwach in einer starken Bayern-Elf und muss trotz Liebesbekundungen seitens Trainer van Gaal um seinen Stammplatz bangen. Vermutlich wird der Fitnesstest nur ein Schnupperkurs. Aber: Kann sowohl im Mittelfeld als auch im Sturm agieren. Und vor allem in der Spitze fehlt der Nachwuchs. Aber davon morgen später (17.00Uhr) mehr.

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