Royal Shrovetide Football - Die Mutter aller Derbys
Sonntag, 14. Februar 2010
Welcher Fan mag sie nicht? Sie sind oft der Höhepunkt des Jahres und so sehr man den Lokalrivalen auch verachtet und ihm nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln gönnt, so wäre eine Saison ohne ein Duell mit ihm nur halb so schön. Die Derbys sind seit Jahren das Salz in der Suppe des Fußballs.
Die Ursachen dieser Derbys sind nicht nur in der regionalen Nähe zu suchen, wie beim größten deutschen Derby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund oder dem interkontinentalen Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahce. Beim Old Firm gibt es neben der sportlichen Rivalität auch noch einen religiösen Einfluss. Celtic ist der Club der irischen Einwanderer mit katholischen Glauben und die Rangers sind ein Club der Protestanten der Stadt. Beim Superclásico in Buenos Aires gibt es keinen religiösen Unterschied. Den findet man hier in der sozialen Struktur. Die Boca Juniors sind ein Arbeiterverein, wo hingegen River Plate ein Club der Mittel- und Oberklasse ist.
Das älteste bekannte Derby der Fußballgeschichte wurde 1866 zwischen den beiden Nottinghamer Clubs Notts County und Nottingham Forrest gespielt. Doch woher kommt die Bezeichnung Derby für ein Fußballspiel zwischen zwei Lokalrivalen?
Eine Theorie besagt, dass der Grund dafür beim Merseyside Derby zwischen dem FC Liverpool und dem FC Everton zu suchen ist. Die Stadien von beiden Clubs liegen am Stanley Park, benannt nach Frederick Arthur Stanley, 16. Earl of Derby. Allerdings wurden bereits vor dem ersten Merseyside Derby ein Aufeinandertreffen von Lokalrivalen in manchen Zeitungen als Derby bezeichnet.
Auch einer seiner Vorfahren, Edward Smith Stanley, 12. Earl of Derby, wird im Zusammenhang mit der Geschichte der Derbys immer wieder genannt. Im Jahr 1780 veranstaltete er zum ersten Mal ein Pferderennen, welches den Namen "The Derby" trug und bis heute werden solche Wettbewerbe für 3-jährige Vollblutpferde weltweit als Derby bezeichnet.
Aber auch der Pferdesport ist wohl nicht der eigentliche Ursprung zu dem Begriff, den heute jeder Fußballfan mit der Muttermilch aufgezogen bekommt. Wahrscheinlich geht der Begriff Derby auf die Grafschaft Derbyshire (aus der auch die Earl of Derby kommen) zurück. Im beschaulichen Städtchen Ashbourne (ca. 7.000 Einwohner) wird jedes Jahr ein Ballspiel, das "Royal Shrovetide Football Match", ausgetragen, welches seit vielen Jahren schon die Bezeichnung Derby trägt.
Die Aufzeichnungen über diesen Wettkampf gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Stadt ist durch den Fluss Henmore Brook geteilt. Die Einwohner, die südlich des Flusses geboren wurden, waren die "Down’Ards" und die nördlich Geborenen die "Up’Ards". Früher gab es zwei Mühlen, die Sturston Mill und die Clifton Mill, die ca. 5 km voneinander entfernt am Fluss standen und bei diesem Wettkampf als Tore dienten. Heute spielt man auf Steinpyramiden, die an der Stelle der alten Mühlsteine errichtet wurden. Die Up’Ards erzielen ein Punkt, wenn sie mit dem Ball die Sturston Mill erreichen und den Mühlstein bzw. heute die Pyramide drei Mal hintereinander berühren können. Der Ball ist etwas größer als ein Fußball und ist mit Kork gefüllt. Die Regeln selber sind recht einfach:
- Das Morden oder fahrlässige Töten ist verboten – keine unnötige Gewalt!
- Der Ball darf nicht in motorisierten Fahrzeugen transportiert werden.
- Der Ball darf nicht in Taschen, Rucksäcken oder Decken versteckt werden.
- Gespielt wird im ganzen Stadtgebiet – ausgenommen sind Friedhöfe, Gräber, Kirchengelände und Gedenkstätten.
- Um einen Punkt zu erreichen muss der Ball vom Fluss aus drei Mal hintereinander berührt werden.
- Das Spiel dauert maximal 16 Stunden – verteilt auf zwei Tage, jeweils von 14 bis 22 Uhr.
- Wird vor 17 Uhr ein Punkt erzielt, wird das Spiel im Stadtzentrum erneut gestartet – wird ein Punkt nach 17 Uhr erzielt endet das Spiel für diesen Tag.
Auch die beiden Spieltage sind jedes Jahr die gleichen. Der "Shrove Tuesday" und der "Ash Wednesday", der Veilchendienstag und der Aschermittwoch, also in der kommenden Woche!







































2 Kommentare:
Das einzige, das Premier League momentan nicht hat, ist vielleicht Nottingham Forest. Hoffentlich sehen wir diese große Mannschaft bald auf der großen Bühne!
Sieht ja momentan nicht so schlecht aus. 13 Spieltage vor Schluß scheint man mit einem Vorsprung von 14 Punkten einen Platz in der Relegation sicher zu haben, aber auch der direkte Aufstieg liegt noch im Bereich des Möglichen.
Da es QPR, PNR und Wednesday definitiv nicht schaffen werden drücke ich aktuell auch Forrest die Daumen.
Kommentar veröffentlichen