Englische Verhältnisse? Ja, bitte?!
Sonntag, 16. Mai 2010
von Gastautor Ben
Wie oft wird doch auf das Finanzgebaren der englischen Fußballvereine geschimpft. Transferausgaben im hohen zweistelligen Millionenbereich sind keine Seltenheit und angesichts der schwerwiegenden finanziellen Situation vieler Vereine, ruft dies auch viele Kritiker auf den Plan. Zumindest sorgt dies für eine ausgeglichene Tabellenspitze in der englischen Premier League. ManU, Chelsea und Arsenal sind etabliert und spielen den Titel unter sich aus. Mit Liverpool und nun auch Manchester City stehen weitere Mannschaften parat.
In Deutschland sieht die Situation weit unausgeglichener aus: Der FC Bayern München an der Spitze… und dann kommt lange nichts. Keine andere Mannschaft hat es geschafft, sich nachhaltig als Konkurrent neben den Bayern zu etablieren. Der alljährliche, in der Regel alleinige Konkurrent der Münchener ist beliebig austauschbar, sei es Bremen, Stuttgart, Wolfsburg oder Schalke, meist mit dem glücklicheren Ende für die Bajuwaren. Schafft es eine Mannschaft dann doch, dem FC Bayern die Meisterschale abzujagen, wird in bester englischer Tradition die Geldbörse geöffnet. Nach der Schreckenssaison von 2006/07 wurden rund 85 Mio. Euro für Ribery, Toni, Klose & Co. investiert. Und nachdem sich der VFL Wolfsburg vergangene Saison die Meisterschaft sicherte, wurden noch einmal knapp 75 Mio. Euro in neue Spieler gesteckt. Im Gegensatz zu den englischen Vereinen kann sich der FC Bayern München diese Investitionen auch erlauben. Fakt ist aber, dass sonst kein Bundesligist in Deutschland in der Lage ist, Geldbeträge dieser Größenordnung in Spieler anzulegen. Böse Zungen behaupten gar, die Bayern erkaufen sich den Titel. Betrachtet man jedoch die Jahrzehnte andauernde Dominanz, so wünscht man sich doch englische Verhältnisse in der Liga herbei. Und sei es nur, was die Ausgeglichenheit an der Tabellenspitze der 1. Fußball-Bundesliga angeht.






































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