Beobachtungen des 4. Spieltags - Derbytristesse (fast) im ganzen Land

Montag, 20. September 2010

Was ist los in der Liga? Was haben wir uns nicht gefreut, als die Sturmreihen von Elbe bis Isar an den ersten beiden Spieltagen ein Tor nach dem anderen schossen. Pro Spiel fielen 3,72 Tore, doch dann kam die Wende. Seit der Länderspielpause laufen die Stürmer auf Sparflamme – oder die Abwehrspieler haben sich rapide gebessert. An den Spieltagen 3 und 4 sind nur noch 2,39 Tore pro Spiel gefallen.


Dabei hat man sich besonders vor dem letzten Spieltag gefreut. Ganze drei Derbys hat die DFL terminiert und zwei weitere in der 2. Liga. Nicht alle haben den gleichen Stellenwert für die Fans, egal ob Anhänger der Vereine oder neutrale Beobachter, aber sportlich erhofft man sich im Vorfeld dann doch mehr als von Paarungen wie Bayern München gegen Köln, Aue gegen Duisburg oder Stuttgart gegen Mönchengladbach.
Aber egal ob das Derby in der Brisanz für die Fußball-Fans in der höchsten Liga spielt, so wie das große Revierderby zwischen Schalke und Dortmund oder das Berliner Derby zwischen Union und der Hertha oder aber ob sich die breite Masse nicht mehr als nötig um ein Spiel kümmert, wie bei einem der kleinen Revierderbys zwischen Oberhausen und Bochum oder dem Niedersachsenderby zwischen Wolfsburg und Hannover, die Derbys haben an diesem Spieltag enttäuscht!


Der Derby-Auftakt wurde in Berlin gemacht. Mit 18.430 Zuschauern war die Alte Försterei ausverkauft – was nicht bei allen Derbys an diesem Spieltag der Fall war. Zwischen den beiden Toren (2. Minute und 82. Minute) war viel Leerlauf auf dem Platz. Ähnlich verhielt es sich im Oberhausener Stadion Niederrhein, in das sich lediglich 8.561 Fans verirrten. Sie bekamen zwar immerhin vier Tore zu sehen, doch Derbystimmung wollte so recht auch nicht aufkommen.

Auch in der 1. Liga waren die Derbys nicht besser als im Unterhaus. In Wolfsburg gab es ganze zwei Highlights – eines davon war die Slapstickeinlage von Torhüter Florian Fromlowitz vor dem 2:0 durch Dzeko. Das eigentliche Highlight hieß, wie so oft, wenn er auf dem Platz steht, Diego. Mit einem Fallrückzieher brachte er die Wölfe in Führung und auf die Siegerstraße.
Am Sonntag sorgten die Fans in Hamburg wenigstens für Derbystimmung am Millerntor, doch auf die Akteure auf dem Rasen wollte der Funke auch hier nicht überspringen. Das Spiel schleppte sich über 75 Minuten hin, ehe Timo Boll in der 77. Spielminute das umjubelte 1:0 für den Gastgeber erzielte. Doch durch einen schönen Schuss von Petric glich der große Rivale elf Minuten später noch aus und St. Pauli konnte erneut nicht gegen den HSV gewinnen.

Den großen Abschluss machten dann Schalke und Dortmund. Und das Derby spiegelte den bisherigen Saisonverlauf wider! Es spielte nur eine Mannschaft und zum (erneuten) Entsetzen der königsblauen Fans waren es die ungeliebten Gäste. Ganz besonders die Entdeckung dieser Saison, der Japaner Shinji Kagawa, spielte sich in seinem ersten Derby in die Herzen der Fans. Auf der Schalker Seite blieb man erneut alles schuldig. Blutleer und uninspiriert präsentierte man sich auch im Derby. Da kommen ganz ungemütliche Zeiten auf Spieler und Trainer zu…


Zum Glück gibt es ja noch die Borussia aus Mönchengladbach, die die neutralen Fans Woche für Woche ins schwärmen bringt. Erst der 6:3 Erfolg beim Angstgegner Bayer Leverkusen, gefolgt vom blamabeln 0:4 gegen Eintracht Frankfurt und dann der nächste (traurige) Höhepunkt in dieser Saison. Mit 0:7 unterlag man beim VfB Stuttgart, was sowohl für die Borussen als auch die Stuttgarter die Einstellung eines Vereinsrekords bedeutete. Während die Schwaben schon das fünfte Mal mit 7:0 gewinnen konnten, war es erst das zweite Mal, dass sich die Fohlen so überrennen ließen. Bisher war das nur Werder Bremen in der Saison 1965/1966 gelungen!

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