Beobachtung des 9. Spieltags - Wird Schaefer der neue Daum?
Montag, 25. Oktober 2010
Während in Leverkusen die Mainzer wider Erwarten nicht eingebrochen sind und mit dem 8. Sieg im 9. Spiel die Tabellenspitze zurück erobert haben, hat der Leverkusener Lokalrivale 1. FC Köln die Reißleine gezogen und sich von Trainer Zvonimir Soldo getrennt.
Als Trainer für das anstehende Pokalspiel gegen 1860 München (Dienstag, 19:00 Uhr) und gegen den Hamburger SV (Samstag, 15:30 Uhr) hat man sich für eine interne Lösung entschieden. Frank Schaefer ist in der Bundesliga ein völlig unbekannter Name. Im Profi-Fußball ist er lediglich in der Saison 2006/2007 kurz in Erscheinung getreten, als er für drei Spiele der Co-Trainer von Holger Gehrke war, der in der 2. Bundesliga die Kölner Interimslösung zwischen Hanspeter Latour und Christoph Daum war. Diesmal hat Schaefer allerdings die Zügel selbst in der Hand.
Auch in der Frage, wie lange er Trainer in der 1. Mannschaft bleibt. Gegenüber dem Kölner "Express" sagte der FC-Präsident Wolfgang Overath:
"Wenn er seine Sache gut macht, kann er lange hier Trainer bleiben"
Und obwohl er im Profi-Fußball bisher noch keine Erfahrung hat, hofft man in Köln, dass aus Schaefer ein neuer Christoph Daum werden kann. Denn Schaefer ging in seiner bisherigen Trainerkarriere einen ähnlichen Weg wie einst Christoph Daum beim FC, der vom Jugend-Trainer zum Amateurtrainer und schließlich Trainer in der Bundesliga wurde.
Und Schaefer kann mit seinen 46 Jahren schon auf eine lange Trainerlaufbahn zurückblicken. Bereits mit 19 Jahren war er Trainer im Nachwuchsbereich des 1. FC Köln. Von 1982 bis 1997 trainierte er dort mehrere Jugendmannschaften. Sein größter Erfolg war die B-Junioren Meisterschaft, die er 1990 über den VfB Stuttgart feiern konnte. Anschließend verließ er den Verein für sechs Jahre, um auf der anderen Rheinseite bei Bayer Leverkusen die Jugend zu koordinieren und zu trainieren, bevor er 2003 wieder zu den Kölnern zurückkehrte. Dort stieg er 2007 vom Nachwuchstrainer zum Trainer der U23-Mannschaft auf, wo er recht erfolgreich immer wieder Jugendspieler in die Mannschaft einbaute.
In den 90er Jahren trainierte er u.a. Pablo Thiam und Carsten Jancker in der Kölner Jugend. Seit seiner Rückkehr nach Köln trainierte Schaefer Spieler wie Lukas Podolski, Lukas Sinkiewicz, Thomas Kessler, Adil Chihi, Adam Matuschyk oder Christian Clemens in der Jugend oder der Reserve-Mannschaft. Auch die Kölner Nachwuchstalente Reinhold Yabo und Bienvenue Basala-Mazana spielen derzeit unter ihm in der Kölner U23. Bis auf Sinkiewicz und den aktuell verliehen Kessler alles Spieler, die ihm auch in der aktuellen Situation zur Verfügung stehen.
Die Kölner Fans hoffen auf jeden Fall, dass er endlich der Trainer ist, der nun Ruhe in den Verein bringt, der endlich wieder ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielen lässt. Bei der U23 hat dies in der Regionalliga (die erste Saison fand noch in der alten Oberliga Nordrhein statt, der damaligen 4. Liga) gut funktioniert, wo der FC zum Saisonende immer unter den besten vier Mannschaften abgeschlossen hat. Auch in der aktuellen Saison steht man unter den besten Teams der Tabelle – mit den meisten Toren (24) und den wenigsten Gegentoren (9).
An seiner Seite wird in den nächsten Tagen das (Fortuna) Kölner Urgestein Dirk Lottner zu sehen sein, der zuletzt die Kölner B-Junioren trainiert hat.
Schaefer und Lottner, vielleicht das neue Traumduo in Köln für eine bessere, erfolgreichere Zukunft.






































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