FIFA Ballon d’Or 2010
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Wer ist der beste Fußballer der Welt? Die Frage stellen sich viele Fußball-Fans Jahr für Jahr. Gabriel Hanot war Chefredakteur der Zeitung France-Football, als er 1956 die Idee zu einer Wahl des besten Fußballers hatte. Er schuf den Ballon d’Or, den Goldenen Ball, um den besten europäischen Fußballer eines europäischen Vereins zu küren. Erst seit 1995 stehen alle Spieler zur Wahl, die in einem europäischen Club spielen und 2007 wurde dann auch die Begrenzung auf Vereine aus Europa aufgehoben. Den Ballon d’Or konnten bis heute fünf deutsche Spieler gewinnen, der erste war Gerd Müller 1970. Ihm Folgte Franz Beckenbauer, der den Titel 1972 und 1976 gewinnen konnte. Sogar zweimal in Folge wurde Karl-Heinz Rummenigge 1980 und 1981 ausgezeichnet. Lothar Matthäus wurde 1990 der Ballon d’Or verliehen und als bisher letzter deutscher Spieler erhielt Matthias Sammer 1996 den goldenen Ball.
Da bis 2007 lediglich die Wahl von Spielern aus europäischen Vereinen möglich war, wurde der Gewinner des Ballon d’Or zeitweise auch nur Europas Fußballer des Jahres genannt und nicht Weltfußballer des Jahres.
Das hängt auch damit zusammen, dass die FIFA sich 1991 dazu entschlossen hat ebenfalls eine Ehrung für den besten Fußballer der Welt durchzuführen. Als erster und bisher einziger Deutscher konnte Lothar Matthäus 1991 als erster Spieler überhaupt diese Auszeichnung gewinnen.
Doch die Tatsache, dass man bei der FIFA schon seit 1991 Spieler der ganzen Welt wählen kann ist nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Wahlen. Die FIFA lässt ihre Wahl unter allen Nationaltrainern und ihren Kapitänen durchführen, die je drei Stimmen haben. Die erste Stimme beinhaltet fünf Punkte, die zweite drei Punkte und die letzte Stimme nur noch einen Punkt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.
Ganz anders sieht es beim Ballon d’Or aus. Er ist eine Wahl von Sportjournalisten. Ursprünglich wurden von France Football Sportjournalisten aus allen Mitgliedsländern der UEFA bestimmt, die ihre Stimmen abgeben durften. Sie hatten nicht nur drei, sondern fünf Stimmen. Von fünf Punkten absteigen bis zu einem Punkt. Doch genau wie die Begrenzung der Wahl auf europäische Spieler bzw. auf Spieler aus europäischen Vereinen, ist auch die Begrenzung der ausgewählten Journalisten mit der Zeit gefallen. Im letzten Jahr nahmen Journalisten aus den 53 Mitgliedsländern der UEFA teil, so wie 43 weitere Journalisten aus Ländern, die bereits an einer FIFA Weltmeisterschaft teilgenommen haben.
Seit diesem Jahr sind beide Preise allerdings Geschichte. Obwohl in der Vergangenheit oftmals derselbe Spieler in beiden Abstimmungen an der Spitze lag, wird der Weltfußballer 2010 der erste Spieler sein, der offiziell von Trainern, Spielern und Medienvertretern zum besten Fußballer gewählt und mit dem neuen FIFA Ballon d’Or ausgezeichnet wird.
Unter den 23 Kandidaten, die die FIFA gestern benannt hat, befinden sich mit Miroslav Klose, Philipp Lahm, Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger gleich fünf Spieler aus Deutschland.
Beim Ausgang der Wahl sind sie aber nur Außenseiter. Bei den Buchmachern haben Müller und Özil mit einer Quote von 26.0 noch die besten Chancen der deutschen WM-Stars. Sie stehen aber deutlich im Schatten der spanischen Weltmeistern Xavi (4.0) und Iniesta (6.5) sowie ihrem Vereinskollegen Messi (6.5). Uruguays WM-Held und bester Spieler der vergangenen Europa League Saison Diego Forlan hat mit einer Quote von 11.0 ebenfalls nur geringe Chancen.
Top-Favorit ist der Niederländer Wesley Sneijder mit einer Quote von 2.5 bei den Buchmachern. Er hat mit seinem Verein Inter Mailand das Tripel aus Meisterschaft, Pokal und Champions League gewonnen und hatte mit seinen Toren und Vorlagen einen großen Anteil an diesen Titeln. Ebenso unverzichtbar wie war er anschließend bei der Weltmeisterschaft für die Elftal, die er bis ins Finale führen konnte und mit fünf Toren zudem bester Torschütze seines Teams war.






































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